Eine Flusskreuzfahrt der etwas andere Urlaub

Eine Flusskreuzfahrt der etwas andere Urlaub

Bei der derzeitigen Urlaubsplanung in den Betrieben und Einrichtungen dürfte insbesondere auch die Überlegung nach einem Reiseziel eine nicht unwichtige Rolle spielen: Politische Ereignisse der letzten Zeit, Reisewarnungen und Sicherheitshinweises des Auswärtigen Amtes für verschiedene Länder und Regionen, Hinweise für sicheres Verhalten an bestimmten Urlaubsorten, aber auch kurzfristige Ausstände, mal bei der Deutschen Bahn, mal bei den Piloten oder dem Kabinenpersonal der Fluggesellschaften werden bei diesen Überlegungen oft mit in die Wahl des Ferienortes einbezogen.

Natürlich ist Panikmache ein ganz schlechter Ratgeber für die Reiseplanung, die Verantwortung für die Familie und sich selbst sollte aber trotzdem nicht außer Acht gelassen werden.

Urlaub an Bord im Herzen Europas

Die Sichtung von Reiseangeboten in Prospekten, Katalogen oder auch im Internet hat eine interessante Alternative zu den bisherigen Reisen und Urlaubszielen aufgezeigt – eine Flusskreuzfahrt zwischen Deutschland und Polen, eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Zielen mit Erinnerungen an vergangene Zeiten, eine Reise die von Berlin-Tegel über den Oder-Havel-Kanal in die Oder bis nach Scinawa (Steinau) in Schlesien/Polen führt. Die Wahl Berlins als Stadt der Einschiffung und gleichzeitig Stadt der Ausschiffung war insofern wichtig, da die Anreise privat mit PKW erfolgt.

Abwechslungsreiche Ziele mit besonderen Sehenswürdigkeiten

Im Gegensatz zu Kreuzfahrten auf der „Hohen See“, auf großen Passagierschiffen, von denen aus oftmals lange Zeit nicht mehr als das weite Meer und der hohe blaue Himmel zu sehen ist, biete eine Flusskreuzfahrt täglich neue Sichtweisen und neue Reiseeindrücke, die noch durch die angebotenen organisierten Ausflüge als Tages- bzw. Halbtagsausflüge vertieft werden (können).

So dürfte für Passagiere, die sich für die Technik begeistern bereits am 2. Reisetag das am 21. März 1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk Niederfinow als das älteste noch arbeitende Schiffshebewerk Deutschlands von großem Interesse sein. Hier wird das Schiff gewissermaßen in einen „Aufzug“ gefahren und dann vom Oder-Havel-Kanal in fünf Minuten in die Alte Oder transportiert, wobei dabei einen Höhenunterschied von 36 Metern überwunden wird.

Weiter auf der Oder mit der Landschaft des malerischen Oderbruchs wird am östlichsten Rand des Oderbruchs, an der Grenze zu Polen die Ortschaft Groß Neuendorferreicht, von wo aus ein Ausflug zu den geschichtsträchtigen Seelower Höhen mit der Gedenkstätte an die hier im April 1945 tobende Schlacht und weiter in die brandenburgische Stadt Frankfurt/Oderangeboten wird.

Die Flusskreuzfahrt führt dann in das moderne Eisenhüttenstadt, von wo ein Halbtagsausflug zum Kloster Neuzelle mit der Klosterkirche, die heute Pfarrkirche der römisch-katholischen Kirchengemeinde des Ortes Neuzelle ist. Im Neuzeller Klosterbräu wird noch nach der Brautradition der Zisterzienser Bier gebraut, wovon man sich bei einer Bierverkostung überzeugen kann.Die Wiedereinschiffung erfolgt in KrosnoOdrzanskie, dem ehemaligen Crossen.Hier hat man bereits das polnische Nachbarland erreicht.

Am 4. Reisetag wird morgens der Oderhafen von Cigacice (Tschicherzig) erreicht. Von hier aus besteht die Möglichkeit zu einem Halbtagesausflug in die Großstadt Zielona Góra mit heute rund 138.500 Einwohnern, dem früheren Grünberg. Nach dem Ausflug geht man dann in Bytom, dem früheren Beuthen an der Oder wieder an Bord – der schlesischen Stadt, die bereits um 1263 deutsches Stadtrecht erhielt.

In der Frühe des nächsten Tages wird das beschauliche Golgów, das ehemalige Glogau, erreicht. In der fruchtbaren Oderniederung gelegen gehörte Glogau über viele Jahrhunderte hinweg zu den wichtigsten Städten Schlesiens. Von hier aus kann ein Ganztagesausflug in das Riesengebirge und nach Jelenia Góra (Hirschberg) unternommen werden. Jelenia Góra liegt rund 90 km südwestlich von Breslau und 70 km östlich von Görlitz am Fuß des Riesengebirges, das die Grenze zu Tschechien bildet.

Der Ausflug endet im niederschlesischen Malczyce(deutsch: Maltscha.d. Oder), wo das Flussschiff bereits im dem Hafen wartet, der einst ein wichtiger Kohleverladehafen in Schlesien war. Am nächsten Tag wird von Malczyce aus gegen Mittag die Stadt Wroclaw (Breslau) in Polens Südwesten erreicht, die mit über 630.000 Einwohnern nach Warschau, Krakau und Łódź die viertgrößte Stadt des Landes und Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien ist. Die ehemalige Hauptstadt Schlesiens gilt als eine der schönsten Städte Polens. Sie wurde nach der fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Um die Sehenswürdigkeiten dieser dynamischen Stadt kennenzulernen, wird die Teilnahme eine halbtägige Stadtrundfahrt empfohlen.

Am darauffolgenden Tag wird dann von Wroclaw auseine ganztägige Fahrt zu einer Stadtbesichtigung in Krakow(Krakau) geboten. Marienkirche mit dem Krakauer Hochaltar, die Wawel-Kathedrale und das Königsschloss, der Hauptmarkt (Rynek) oder die 48 ha großen Błonia-Wiesen als eine der größten Grünanlagen im Zentrum einer europäischen Großstadt sind nur einige wenige Sehenswürdigkeiten in der Stadt, die im Jahr 2000 Kulturhauptstadt Europas war. Wie an vielen anderen Stellen dieser Fahrt gilt auch hier – Fotoapparate und Kameras auf keinen Fall vergessen!

Die Wiedereinschiffung nach diesem Tagesausflug erfolgt in Scinawa dem ehemaligen Steinau.
Die nächtliche Fahrt führt nun wieder oder abwärts, wo man am Morgen des 9. Reisetages wieder das ehemalige Glogau (polnisch: Glogów) erreicht. Von hier wird eine Halbtagsfahrt zum Kloster Lubiaz (Leubus) in der gleichnamigen Ortschaft angeboten.
Mit dem Oderstrom geht es weiter in Richtung des Ausgangspunktes der Reise – nach Berlin, allerdings nicht, ohne nach dem Anlegen in Groß Neuendorf eine weitere Möglichkeit für einen Halbtagesausflug zu erhalten: Zum Kloster Chorin. Das ehemalige Zisterzienserkloster gehört zu den bedeutendsten Baudenkmalen der frühen Backsteingotik im Land Brandenburg und ist wegen seiner faszinierenden Architektur und der Schönheit der wald- und seenreichen Umgebung ist das Bauwerk in der Schorfheide ein beliebtes Ausflugsziel.

Mit der anschließenden Wiedereinschiffung in Oderberg, der erneuten Passage des Schiffshebewerk Niederfinow, wird dann am 11. Tag der Reise wieder Berlin erreicht, wo nach dem Frühstück dann die Ausschiffung erfolgt.

Kein reines Schnäppchen – aber eine bequeme, abwechslungsreiche Reise

Zugegeben, die Reise hat ihren Preis, zumal die angebotenen Tages- und Habtagesausflüge bei Interesse dazu gebucht werden können und somit fakultativ sind.
Andererseits, wer kennt nicht die Strapazen einer Busreise entsprechender Dauer mit so vielen Zielen – ein Leben aus dem Koffer, jeden Tag in einem anderen Hotel ein- und auschecken, jede Nacht andere Betten…

Die Flusskreuzfahrt bietet täglich ein neues touristisches Highlight, ohne dass man jemals das Hotel wechseln muss. An vorbeiziehenden wunderschönen Landschaften gibt es ständig etwas zu sehen und zu entdecken, da das Ufer immer in Sichtweite ist. Dazu kommt, dass es auf Flusskreuzfahrtschiffen nur komfortable Außenkabinen gibt, die mit Bad mit Dusche/WC ausgestattet sind und über Klimaanlage, Sat-TV, Haustelefon und Safe verfügen.
Und: Im Reisepreis inbegriffen ist die Vollpension an Bord (Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Nachmittagskaffee), alle Hafen- und Schleusengebühren und selbstverständlich eine deutschsprachige Reiseleitung.

Wer sich im Internet informiert, wird eine Fülle von Angeboten für Flusskreuzfahrten in ganz verschiedenen Regionen Deutschlands und der Nachbarländer finden – mit ganz unterschiedlicher Dauer und in unterschiedlichen Preissegmenten.