Malta – Die Ferieninsel zwischen Orient und Okzident

Malta – Die Ferieninsel zwischen Orient und Okzident

Wer zu seinem Urlaubsziel keinen allzu weiten Flug unternehmen möchte und vielleicht sogar gerne in Europa bleiben will, für den ist Malta als Ziel absolut empfehlenswert.
Die Republik Malta – “Repubblikata’Malta” – ist eine Inselgruppe, die aus insgesamt fünf Inseln besteht, von denen die drei Hauptinseln (Malta, Gozo und Comino) bewohnt sind. Sie liegt im Herzen des Mittelmeeres, ca. 90 km südlich von Sizilien, 320 km östlich von Tunesien und etwa 350 km nördlich vom libyschen Tripolis und ist seit 2004 EU-Mitgliedstaat.
Malta ist mit einer Fläche von 316 km² und einer Einwohnerzahl von 425 384 (2014) eines der kleinsten und am dichtesten bevölkerten Länder der Welt. Malta ist mit dem Flugzeug von Deutschland aus in ca. 2 Stunden zu erreichen.

 

Die Geschichte Maltas – Spiegelbild verschiedener Kulturen

 

Maltas Geschichte hängt eng mit seiner zentralen Lage im Mittelmeer zusammen. Viele Eroberer der Insel erkannten ihre strategisch günstige Lage und alle hinterließen ihre Spuren, die zum großen Teil bis heute sichtbar sind. Die Einflüsse der verschiedensten Kulturen, die sich auf Malta angesiedelt haben, sind sehr vielfältig und machen die Insel zu einem Spiegelbild ihrer Geschichte. . Man findet die Relikte vergangener Zeiten, von den Phöniziern, den Karthagern, den Römern und Arabernbis hin zu den Spuren der Ritter des Johanniterordens und zuletzt der Engländer. Die ersten menschlichen Spuren gab auf Malta bereits 5200 v. Chr. Man weiß bis heute nicht, welche Kulturen hier gelebt haben, denn über die Siedler ist kaum etwas bekannt. Die Überreste der gewaltigen Megalithtempel sind heute noch zu besichtigen und gehören zu den ältesten Bauwerken der Erde.

Beliebtes Reiseziel das ganze Jahr
Wenngleich für Malta eine Reisezeit insbesondere im Frühjahr empfohlen wird, so ist die Insel doch auch ganzjährig eine beliebtes Reiseziel: Durch die sehr guten klimatischen Verhältnisse ist hier das Wetter nämlich über das gesamte Jahr herrlich angenehm. Die malerischen Küstenlinien, verschlafene Dörfer, aber auch dichte Wälder, weite Ebenen und sanfte Hügel prägen das Landschaftsbild Maltas und der Inseln Gozo und Comino.Damit ist Malta sowohl für Urlauber mit ausgeprägtem kulturellem Interesse als auch für sportlich aktive Menschen bei Wanderungen und Mountainbike-Touren oder beim Tauchen und Schnorcheln oder für Sonnenanbeter an den Stränden absolut empfehlenswert: Vielfältige Urlaubsaktivitäten sind hier auf kleinstem Raum möglich. Dazu bieten die beiden kleinen Nachbarinseln Gozo und Comino „Natur pur“ für Erholungssuchende und Individualisten.
Auch als Ort für Englisch-Sprachreisen sowohl für Schüler als auch für Erwachsenen gilt Malta als „angesagt“: In einer kulturell vielseitigen Atmosphäre gibt es neben dem Erlernen der englischen Sprache hier zahlreiche Möglichkeiten für interessante Kultur- und Freizeitprogramme als angenehme Abwechslung zum Unterricht.

Malta entdecken und in die Geschichte eintauchen
Gleich vorweg: Eine Hürde bei der individuellen Entdeckung der Insel mit dem Auto könnte der hier auf den Straßen herrschende Linksverkehr sein. Malta gehört neben Großbritannien, Irland und Zypern zu den europäischen Staaten, in denen Linksverkehr herrscht. Das heißt: Auf der linken Fahrbahnseite fahren und rechts überholen, für viele eine erhebliche Umgewöhnung und ein nicht zu unterschätzendes Problem selbst für geübte Autofahrer, denn die Macht der Gewohnheit ist bekanntlich groß.
Aber man kommt auch gut mit Bussen zu den Sehenswürdigkeiten über die Insel bzw. zu den Stränden, das Verkehrsnetz auf Malta ist recht gut ausgebaut.
Eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Insel ist die Hauptstadt Valletta. Hier empfiehlt sich unbedingt als perfekten ersten Haltepunkt auf einem kulturellen und historischen Ausflug ein Besuch der Multimedia-Show „The Malta Experience“. In einem speziell dafür gebautes Auditorium in der Nähe von Fort St. Elmo wird in einer interessanten audio-visuelle Show die dramatische Geschichte der über 7000 Jahre alten Vergangenheit der Inseln in wahlweise einer von insgesamt 16 Sprachen erzählt
In der flächenmäßig kleinsten Hauptstadt der Europäischen Union, die seit 1980 zum UNESCO-Welterbe gehört, laden die Oberen Barracca Gärten zu einem Blick über den Grand Harbour ein. Ein Rundgang führt weiter zum Großmeisterpalast (dem heutigen Sitz des Maltesischen Parlaments) und der St. Johannes Kathedrale (St John’s Co-Cathedral). Aber auch trendige Bars, Restaurants und viele Shops warten hier ein unternehmungslustiges Publikum.

Ein Muss beim Besuch von Valletta ist eine Hafenrundfahrt im Grand Harbour. Hier kann man sich einen Eindruck von der imposanten Kulisse Vallettas mit ihren gewaltigen Befestigungsanlagenund des Grand Harbour, dem größten Naturhafen im Mittelmeer, mit seinen versteckten Winkel und kleinen Buchtenverschaffen.Eindrucksvoll sind auch die riesigen Kreuzfahrtschiffe, die oft im Hafen liegen.

Insel-Sehenswürdigkeiten noch und noch

Man könnte hier angesichts der für einen Urlaub fast zu vielen Sehenswürdigkeiten immer wieder ins Schwärmen kommen, aber an dieser Stelle seien noch einige (wenige) Beispiele für Ausflugsziele genannt: Da steht ganz oben natürlich der Insel-Süden, von wo aus man im idyllischen Fischerdorf Żurrieq zu einem Bootsausflug zur Blauen Grotte starten kann.

Von Żurrieq aus können die Tempelanlagen von ĦaġarQim, einer der fünf großen maltesischen Tempelkomplexe besucht werden. Ein weiteres Ziel sollte das malerisches FischerdorfMarsaxlokksein: Hier schaukeln im Hafen die grellbunten traditionellen Fischerboote „Luzzu“ – ein bekanntes Ansichtskartenmotiv. Auf der Uferpromenade wird hier für die vielen Besucher täglich ein Markt abgehalten, auf dem neben den üblichen Souvenirs auch Bekleidung, Handtaschen, Tischdecken und Bettwäsche angeboten werden.
Im Herzen der Insel liegt die mittelalterliche Stadt Mdina, die ehemalige Hauptstadt Maltas und seit jeher der Sitz des maltesischen Adels.Mdinawird auch als „Stadt der Stille“, bezeichnet, denn in der kleinen von Festungsmauern umgebenen Stadt mit ihren Palästen, Kirchen und Klöstern, in der nur knapp 400 Einwohnern leben, gibt es keinen Autoverkehr.
Direkt daneben schließt sich die Zwillingsstadt Rabat an, in der es weitaus lebhafter zugeht.
Auf der Weiterfahrt in Richtung Buggiba ist schon von weitem die gewaltige Kuppelkirche von Mosta zu sehen. Die Stadt Mostagehört mit zu den ältesten Siedlungen Maltas. Die Kirchenkuppelmit einem Durchmesser von 39 Meternist nach dem Petersdom in Rom, der Santa Maria del Fiore Kirche in Florenz und dem Pantheon in Rom die viertgrößte Kirchenkuppelder Welt. Der schlicht in den Farbenblau, weiß und goldgehalten Innenraum der Kirche bietet für 12.000 Besucher Platz.

Badurlaub bis in den Oktober
Bedingt durch das angenehme Klima ist auf Malta das Baden von den Stränden aus bis tief in den Oktober hinein möglich. Die Insel bietet Strände für alle – vom Windsurfer bis zum Sonnenanbeter. Goldener Sand, roter Sand, Felsen, blauen Lagunen – auch einige Strände und Felsküsten, die abseits der ausgetretenen Pfade liegen, sind gerade wegen ihrer Abgeschiedenheit sehenswert. Auf keinen Fall sollte man eine Bootsfahrt zur Blauen Lagune von Cominoverpassen – azurblauer kann Wasser nicht sein. An größeren Stränden gibt es Cafés und Snackbars, die während der Sommersaison geöffnet sind. Ausrüstungen für Windsurfen, Jet- und Wasserskioder Parakiting, aber auch Bootsausflüge können in den Strandcafés oder den nahegelegenen Läden gemietet bzw. gebucht werden.
Die wichtigsten Strandresorts und die beliebtesten und größere Sandstrände liegen im Nordteil von Malta – Mellieħa Bay, GħajnTuffieħa und Golden Bay. Aber auch so ein kleiner „Sandfleck“ wie in der St. George’s Bay von St. Julian’s gehören zu den angesagten Bademöglichkeiten. Sowohl auf Malta als auch auf Gozo und Comino bieten die Felsküsten und das klare Wasser mit Riffen, Höhlen und Wracks ideale Tauchreviere mit der Möglichkeit ausgezeichneter, einzigartiger Taucherlebnisse. Entsprechende Tauchbasen befinden sich in (fast) allen Küstenorten der drei Inseln, teilweise auch unter deutscher Leitung.

Malta kulinarisch

Wenn man die Malteser sprechen hört, kann man die arabischen Einflüsse ihrer Sprache raushören und auch das Essen hat hier durchaus nordafrikanische und arabische Einflüsse und ist gleichermaßen sehr italienisch und griechisch angehauchtund – immer sehr gut gewürzt.
Da gibt es z.B. die Aljotta, eine Fischsuppe, die mit sehr viel Knoblauch gewürzt wird und entsprechend scharf ist.Auch eine Cartoccio, ein Gericht, bei dem Fisch gemeinsam mit Weißwein in Folie gedünstet wird, bekommt als Beigabe eine ausreichende Menge an Knoblauch beigegeben. Unbedingt probieren sollte manBigilla–ein auf Malta besonders beliebter Brotaufstrich, der aus weißen Bohnen zusammen mit Salz, Pfeffer und Knoblauch zu einer Paste verarbeitet wird. Schon an diesen drei Beispielen ist zu sehen, dass besonders Knoblauch als Gewürz in der maltesischen Küche einesehr dominierende Rolle spielt. Als Inselstaat vom Meer umgeben sind natürlich Fisch und Meeresfrüchte in der Ernährung der Malteser nicht wegzudenken. Ein auf Malta beliebtest Gericht ist Qarnitastuffat – ein Tintenfischragout, das in einer Weißweinsoße gedünstet wird. Aber auch Timpana, eine Art Makkaroniauflauf, Kaninchen (Fenek) in verschiedenen Variationen oder der Lampuki-Auflaufaus demFilet der der Goldmakrelefehlen auf keiner Speisekarte in einem maltesischen Restaurant.

Auch die Zeit von 1814 bis zur Unabhängigkeit 1964, als Malta britische Kronkolonie war, ist in die Küchen eingezogen und wird insbesondere in den Hotels als „cooked breakfast“ – ein warmes Frühstück mit vielen Eier, Bohnen, Würstchen und Speck zelebriert und werin einem preisgünstigen Imbiss ein gutes Essen sucht wird, auch beim traditionellen „Fish & Chips“ fündig

Möglicherweise haben diese Zeilen geholfen, etwas neugierig auf Malta zu machen und diesen interessanten Inselstaat etwa sogar in eine der nächsten Urlaubsplanungen mit einzubeziehen.
Dazu vielleicht noch der Hinweis, dass Valletta gemeinsam mit der niederländische Stadt Leeuwardenzur Europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2018 ernannt wurde